2 Monate Dauercamping auf Fehmarn – Unser Schrebergarten

In dieser Reihe möchte ich euch über unser Auswanderungs-Projekt „light“ berichten. Da wir ja eigentlich in einer 4 Zimmer Wohnung ohne Garten wohnen und ständig am Grübeln sind, wie wir diese Situation verbessern können, haben wir uns auf ein Experiment eingelassen. Dieses Experiment ist sehr gewagt und heißt „Dauercamping“. Geplant war das so eigentlich nicht und gesucht haben wir das auch nicht. Im Gegenteil! Mein Mann hat sich ständig gefragt, wo der Reiz in so einem Dauercamping-Stellplatz liegt. Und überhaupt, so wie meine Mutter würden wir das auf keinen Fall machen, da Fehmarn ja viel zu weit weg ist (630 Km von uns). Doch mal einfach weg sein für ein paar Monate, das wär schon was… Tja und dann, traten ganz überraschend die Camping-Nachbarn meiner Mutter mit einem Angebot an uns heran: ob wir nicht ihren Wagen mit ALLEM Drum und Dran übernehmen möchten. Damit hatten wir nicht gerechnet. Doch irgendwie erschien es uns wie eine Antwort auf unsere Fragen und wir haben uns getraut.2 Monate Urlaub, wie geht denn das?

Jetzt sind wir seit Anfang August hier und werden noch, wenn alles gut geht bis Anfang Oktober bleiben. Da werden wir von vielen beneidet, die noch keine Rentner sind und uns fragen, wie das denn möglich ist. Wahrscheinlich denken viele, wir sind arbeitslos oder so. Aber tatsächlich arbeiten wir auch hier und bezeichnen es nicht als „Urlaub“, obwohl es sich hin und wieder so anfühlt. Gerade wenn man mal einen Nachmittag am Strand verbracht oder einen Latte Macchiato am Hafen genießen konnte. Und dank der Oma direkt nebenan gibt es auch noch zusätzlich Paarzeit. Grandios! So müsste es eigentlich immer sein! Und das absolut schöne ist, unsere Arbeit macht auch noch Spaß! Ich lese viel, um euch anständige Beiträge schreiben zu können, wir weiten unser Business auf die anderen Medien wie Facebook und YouTube aus und das alles zu den Themen die mir wirklich am Herzen liegen, wie ihr hoffentlich aus meinen Artikel herauslesen könnt. Außerdem ist natürlich auch unser Herzenssohn mit dabei, was wirklich schön für ihn ist und sich daher für uns auch nicht wie Arbeit, sondern wie Familie anfühlt.

Kinder genießen ihre Freiheit manchmal anders, als wir Erwachsenen es uns wünschten!

Und doch kann es auch hier immer mal wieder richtig anstrengend werden. Zum einen genießen die beiden, jetzt fast 2 und fast drei die erweiterte Freiheit durch den Wohnwagen und den direkt angrenzenden „Garten“. Wir haben hier sogar ein kleines Blumenbeet. Doch das wird wie die meisten Dinge hier von unseren beiden so lange inspiziert und untersucht bis fast nichts mehr davon übrig ist. Auch der Blickschutz der ringsrum aufgebaut ist (mit Tor!) hatte am Anfang noch eine Funktion wie ein Zaun, wird jetzt aber einfach untertunnelt und als Ausgang verwendet. Ist es also mal eine Zeitlang zu ruhig, muss man auf die Suche gehen. Meistens stehen sie bei Oma drüben vor der Tür. Noch… Und auf der anderen Seite suchen sie so viel Nähe und vor allem mein Kleiner zeigt dann wieder abends und nachts eine totale Mama-Abhängigkeit. Man kann also live das Motto „Bei jedem Entwicklungsschritt zurück zur Brust“ beobachten. Das hat sich wieder so stark etabliert, dass Papa nichts zu melden hat. Selbst wenn ich mich nun nur mal zum Duschen oder Sport verabschieden möchte, endet es tränenreich für unseren Kleinen. Also wenig Schlaf, weinendes Kind, sobald man sich entfernen möchte und doch die glücklichsten Kinder der Welt, weil sie endlich bei jedem Wetter jeden Tag ganz viel draußen sind. Klar, ich möchte trotzdem nicht tauschen! Jetzt gleiche ich den Schlafmangel mit Mittagsschlaf mit den beiden aus, was sehr hilfreich ist.

Familienbett im Wohnwagen

Ein weiteres „Problem“ das es noch zu lösen gilt ist unsere Schlafstete. Zurzeit liegen mein Mann und ich nur auf einem umgebauten Wohnwagentisch, was auf Dauer wirklich zu hart ist. Die beiden kleinen haben die zwei Einzelbetten am anderen Ende (also ungefähr zwei Meter entfernt von uns) des Wagens. Diese Betten möchten wir am liebsten als großes Familienbett mit echter Matratze und so ausbauen. Mein Mann ist dran, auch wenn ihn dieses Projekt gerade sehr frustriert, da ihm hier und da ein Fehler unterlaufen ist, weshalb er das Bett noch nicht umbauen konnte. Zum Glück hat sich seine Stimmung trotzdem wieder gebessert, denn wenn ihm so etwas passiert ist er sehr mürrisch. Da wir aber insgesamt das Gefühl haben, hier eine wirklich gute Entscheidung getroffen zu haben, ist er auch bei diesem Thema wieder etwas versöhnlicher (mit sich selbst!).

Ist Dauercamping nicht ein bisschen spießig?

Dauercamping haben wir uns immer etwas spießig vorgestellt und das ist es auch. Doch wie wir finden in einem positiven Sinne. Man hat alles was man braucht, eben ein bisschen mehr als der gewöhnliche Camper und doch ist man auf ein Minimum beschränkt. Wir haben sogar eine kleine Gartenhütte für Tische und Stühle auf unserem Platz. Und als absoluten Luxus würde man hier unser Außen-Waschbecken bezeichnen in dem wir, mit aufgekochtem Wasser, sogar an unserem Platz spülen können. Das ist wirklich richtiges spießiges Dauercamping! Doch für uns, einfach mal zum Ausprobieren ist es gerade genau das richtige. Irgendwie hat es auch gerade richtig gepasst. Und wenn wir feststellen sollten, dass wir lieber etwas flexibler wären, dann verkaufen wir wieder alles und suchen uns was Passenderes. Denn jetzt stehen wir auf einem Campingplatz genau hinter dem Wall (in Wallnau), weshalb hier von Oktober bis April geschlossen ist. Das liegt an dem rauen Seewetter. Dafür ist man direkt am Meer.

Ich werde euch bestimmt noch mal berichten, wie es sich hier so als „Auswanderer light“ entwickelt. Bis dahin sonnige Grüße aus Fehmarn und viel Spaß auch mit den Videos, die ich hier direkt in meinem Wohnwagen-Studio für euch produziere!Eure-Anabel[templatera id=“5708″]

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top