Aus zwei mach drei – von der Partnerschaft zur Elternschaft (Teil 2)

Wie sich ein Vater schon während der Schwangerschaft und Geburt mit seinem Baby vertraut machen kann, war Thema des ersten Teils. Nun wollen wir noch schauen, wie die Rolle der Mutter beim Gelingen dieser Veränderung aussehen kann.

Die Rolle der Mutter

Die Mutter erlebt das Heranwachsen des Babys in ihrem Bauch natürlich sehr viel intensiver, als es für den Vater möglich wäre. Um den Übergang von der Paarbeziehung zur Elternschaft etwas zu erleichtern, ist es sicherlich hilfreich, den werdenden Papa schon jetzt nah an der Schwangerschaft teilhaben zu lassen. Mütter, bezieht den Partner so gut es geht in diesen Prozess mit ein. Das heißt, berichtet ihm wie ihr euch fühlt, was sich in eurem Bauch wieder getan hat (ob sich das Kleine bewegt, gedreht, o.ä. hat). Schaut zusammen in ein Buch (z.B. „Ein Kind entsteht“) und bewundert, welche Entwicklung euer kleines Baby gerade wieder durchmacht. Heute gibt es auch Apps dafür, die täglich Hinweise geben, welchen Entwicklungsschritt das Ungeborene macht. Nimm deinen Partner mit zu Vorsorgeuntersuchungen. Das muss nicht jedes Mal der Ultraschall sein, denn was so ein „Babykino“ mit den Kleinen langfristig macht, ist weiterhin noch nicht abschließend wissenschaftlich geklärt. Auch der Besuch bei der Hebamme kann für den Partner sehr spannend sein, da sie alleine durch das Ertasten die Lage des Kindes bestimmen kann und vielleicht schon andere Fragen bezüglich Geburt und Wochenbett beantworten kann. Gemeinsame Babyzeit ist sicherlich für alle ein schönes Ritual. Hierbei kann der Partner zu sanfter Entspannungsmusik dem Baby und der Mutter eine schöne Bauchmassage geben.

All diese Zeit, die man schon jetzt ganz bewusst zu Dritt gestaltet macht deutlich, dass sich in naher Zukunft etwas verändert wird. Je mehr die Mutter es schafft offen für die Anregungen und Gedanken des Partners zu sein und auch sein Befinden und seine Sorgen ernst zu nehmen, um so einfacher wird es allen gelingen sich als eine Familie zu verstehen. Denn fühlt der Partner sich von diesem wichtigen Prozess schon von Anfang an ausgeschlossen und behält die Mutter die „Alleinherrschaft“ über das Baby, wird auch die Paarbeziehung auf längere Sicht darunter leiden. Zudem kann ein solches Verhalten dazu führen, dass der Vater sich in Konkurrenz zu dem Baby erlebt, was die Aufmerksamkeit und Zuneigung der Mutter/Partnerin betrifft. Eine solche Situation ist auf keinen Fall wünschenswert und kann schon während der Schwangerschaft durch gemeinsame Zeit und einem gegenseitigen Interesse verhindert werden.

Wenn das Baby auf der Welt ist, kann man auch bei einem sehr bindungsorientierten Weg darauf achten, sich nicht nur als Eltern, sondern auch als Paar zu erleben. Immerhin ist das Baby ein ausgewachsenes Zeichen der starken Liebe des Paares. Wenn es für das Baby und die Eltern in Ordnung ist, kann auch mal die Oma z.B. den Nachmittag-Spaziergang um die Ecke übernehmen (was sie sicher sehr gerne tun wird) und man geht als Paar in das nächstgelegene Café oder genießt die Zeit zu zweit daheim. Solche kleinen „Paar-Inseln“ sind hilfreich, um sich auch im Alltag mit Baby immer mal wieder auch als Paar zu fühlen. Doch keine Sorge, falls die Sehnsucht zum Kleinen zu groß wird, hat die Oma ein Handy dabei und kann ganz schnell wieder da sein.

Des Weiteren kann die Mutter darauf achten, dass sie auch während der Stillzeit den Vater nicht ausschließt und ihn integriert und gleichberechtig behandelt. So kann sie ihrem Partner ruhig das Vertrauen entgegenringen, dass auch er das Baby, wenn es satt ist, im Tragetuch zum Schlafen bringen oder die Baby-Pflege übernehmen kann. Dem Partner hierbei Vertrauen entgegenzubringen und nicht wie eine Gouvernante daneben zu stehen und jeden Schritt den er mit dem kleinen machen möchte zu überprüfen ist sehr wichtig. Denn ein solches „Überwachungsverhalten“ wird der Partner auf Dauer nicht gut tolerieren können. Auch er muss natürlich den Umgang mit einem Neugeborenen üben, doch warum sollte er dies schlechter machen als die Mutter? Das Motto lautet hier: „Väter machen es anders und das ist gut so!“ Mütter sollten hier tolerant und entspannt bleiben, dann hat das Kleine eben nicht das passende Hemdchen zur Hose an, was ist schon dabei. Hauptsache es ist frisch gekleidet. Für die Mutter kann dies nämlich zu einer großen Erleichterung führen, da sie immer wieder erlebt, dass sie nicht alleine ist und ihr Partner eine echte Unterstützung ist. Durch ihn kommt sie dann zu ein paar Minuten für sich und er freut sich, dass er Zeit mit seinem kleinen verbringen kann und eine Stütze für seine Partnerin ist. Das wiederum stärkt die Partnerschaft, die sich natürlich durch das Eltern-sein verändert. Doch Veränderung kann etwas unglaublich Bereicherndes im Leben sein.

Also liebe Mütter, ermöglicht eurem Partner schon Babyzeit während der Schwangerschaft, bezieht ihn mit ein und lasst ihn nicht nur am Spielrand auf der Ersatzbank sitzen. Ihr werdet sehen wie glücklich es ihn machen wird, wenn er erleben darf, dass er für euch und das Baby eine echte Unterstützung ist und seinen Teil zu allem beitragen darf.Eure-Anabel[templatera id=”5710″]

1 Kommentar zu „Aus zwei mach drei – von der Partnerschaft zur Elternschaft (Teil 2)“

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