Die 5 wichtigsten Fakten über den Baby-Schlaf

Wer wünscht sich nicht manchmal einen Pausenschalter an seinem Baby, um endlich mal wieder durchzuschlafen? So viele Ratschläge, Tipps und auch Programme werden zum kindlichen Schlaf verbreitet. Dabei sollte doch mal zuerst der Schlaf aus Sicht der Kleinen betrachtet werden. Denn alles hat seinen Sinn, unsere Babys sind ausgeklügelte Überlebenskünstler und können ja auch schlafen. Sie schlafen nur anders und warum das so ist und warum das auch gut und richtig so ist, soll hier in den wichtigsten 5 Punkten zum Baby-Schlaf behandelt werden.

  1. Um schlafen zu können, muss man sich entspannen. Diesen Punkt kann wirklich jeder nachvollziehen, da wir uns alle schon durch durchwachte Nächte gequält haben, da wir einfach nicht „abschalten“ konnten. Unsere Gedanken ließen sich nicht bändigen und „einfach“ einzuschlafen, gelingt nicht immer, auch nicht uns Großen. Auf die Menschheitsgeschichte bezogen ist dies wohl kaum verwunderlich, zählt der Mensch nun mal nicht zu den nachtaktiven Lebewesen, wohl eher als deren Beute. Also Augen zu und weg wäre wohl ziemlich fatal gewesen und hätte unser Überleben wohl eher gefährdet. Babys müssen sich ebenso geborgen und sicher fühlen, wie wir, um sich überhaupt entspannen zu können. Und dies ist nun mal die Voraussetzung für den Schlaf.
  2. Unsere Babys sind Steinzeitbabys. Das Sicherheitsprogramm unserer Babys ist für eine Zeit entwickelt worden, die auf die komplette Menschheitsgeschichte gesehen nur einen Katzensprung zurückliegt, nämlich die, der Jäger und Sammler. In dieser Zeit war es sehr risikoreich ein hilfloses Baby zu sein. So allerhand konnte einem da passieren, von Unterkühlung, am Lagerplatz vergessen werden bis hin zu Insekten, die es eigenständig nicht vertreiben kann. Was hilft da mehr, als wachsam zu sein und auf die Nähe einer vertrauten Person zu bestehen? Das unsere Häuser heute weitaus sicherer sind und wir über Technik wie Babyphones u.ä. verfügen, hat die Biologie noch nicht mitbekommen. Babys fühlen sich nun mal nur sicher, wenn sie wissen, da ist jemand, der auf mich aufpasst. Erst dann können sie sich entspannen. Und mal ehrlich, dieses Programm hat auch für eine sehr lange Zeit sehr gut funktioniert.
  3. Satt, warm und sicher. Wie auch bei den Erwachsenen wollen Babys bevor sie schlafen gehen satt sein. So hat sich laut Praxis ein Tipp gut bewährt, dass Baby noch einmal bevor man selber schlafen geht an die Brust zu legen, damit es auch für die nächsten Stunden ein Sattgefühl hat. Es möchte es warm und sicher haben, was es am besten am Körper einer vertrauten Person erfährt, da die Kleinsten noch nicht in der Lage sind ihre Körpertemperatur gut selbst zu steuern.
  4. Mamas Schlaf ist Babys Schlaf. Noch etwas Wichtiges hat die Natur sich für den so unfertigen Menschensäugling ausgedacht. Der Schlafrhythmus passt sich beim gemeinsamen Schlaf mit der Mutter an deren an. Das bedeutet ganz praktisch, dass die Mutter mit hoher Wahrscheinlichkeit von ihrem Säugling nicht in der Tiefschlafphase zum Stillen geweckt wird, sondern dann, wenn sich ihr Schlafzyklus gerade in der leichteren Schlafphase befindet. Deshalb erleben es viele Mütter als entspannend, ihr Säugling direkt neben sich liegen zu haben und es dann in diesem Dämmerschlaf anlegen zu können. Diese Anpassung des Schlafrhythmus findet nicht statt, wenn das Baby in seinem eigenen Zimmer schläft. In diesem Fall kann es für die Mutter sehr unangenehm werden, wenn sie immer wieder aus dem Tiefschlaf gerissen wird. Des Weiteren passt sich auch die Atmung aller Mitschläfer an, was sich als präventiv gegen den plötzlichen Kindstod herausgestellt hat, wobei die Ursachen weiterhin nicht geklärt sind.
  5. Die Schlafetappen. Der Schlafzyklus eines Erwachsenen dauert ca. 1 bis 2 Stunden. Darin enthalten sind dann ca. 4 Etappen, die ungefähr so ablaufen: zuerst fallen wir in den Tiefschlaf und beenden die Etappe mit einem leichten, unruhigen Schlaf (dem REM-Schlaf, benannt nach den zuckenden Augen, den „Rapid Eye Movement“). In der ersten Phase erholen sich Körper und Geist, in der zweiten werden alle Eindrücke vom Tag sortiert. Dabei werden diese verfestigt und Träume sind keine Seltenheit. Dieser Schlaf verbraucht zudem sehr viel mehr Energie als der Tiefschlaf. Außerdem wacht man in dieser Phase sehr viel leichter auf, da dieser Schlaf nur oberflächlich ist. Bei Kindern hingegen dauert der Schlafzyklus nur ca. 50 bis 70 Minuten. Dazu kommt noch eine erhebliche längere REM-Phase. Diese steht bei ihnen vor allem am Beginn jeder Schlafetappe. Diese erste REM-Phase dauert ca. 20 Minuten, erst dann schlafen die Kleinen tief und fest. Für die Kleinen ist dieser Schlaf so wichtig, da hier sehr viel Entwicklung stattfindet. Es werden Verbindungen zwischen Nervenzellen hergestellt und diese Verknüpfungen werden gefestigt. Wird diese Unterdrückt, so wird das Gehirn langfristig geschädigt. Der REM-Schlaf ist also unverzichtbar für die kindliche Entwicklung. Am meisten REM-Schlaf bekommen übrigens Babys, die bei ihrer stillenden Mutter schlafen. Dies könnte vielleicht die Ergebnisse der Forschung erklären, dass gestillte Kinder unter anderem intelligenter sind, da sie mehr REM-Schlaf und somit mehr Verknüpfungen im Gehirn herstellen können.

Mit diesen 5 Fakten sollte nun etwas deutlicher geworden sein, warum unsere Babys so anders schlafen, als wir es uns so oft wünschen. Und vor allem hoffe ich, eine gute Erklärung dafür gegeben zu haben, warum der Baby-Schlaf, so wie er von der Natur angelegt wurde auch gut so ist. Wir müssen alle für uns und unsere Familien schauen, wie wir bedürfnisorientiert damit umgehen und welche Lösungswege für uns passen können. Wie wir unser Familienbett gestaltet haben, könnt ihr in meinem Artikel zu diesem Thema nachlesen. Traut euch und seit kreativ!

Ich hoffe, ich konnte euch hier in kurzen Fakten den kindlichen Schlaf erklären. Wenn euch das gefallen hat, teilt es mit anderen Eltern. Und solltet ihr noch Fragen haben, könnt ihr die gerne hier an mich stellen.Eure-AnabelLiteratur: Herbert Renz-Polster und Nora Imlau (2016). „Schlaf gut, Baby!“

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