Sternenkinder | Ein Albtraum: Das geliebte Baby stirbt | BVAA #018

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Sternenkinder – Ein sehr rührendes und trauriges Thema

Heute also ein sehr trauriges Thema und für uns jetzt auch gerade aktuelles Thema:

Was macht das mit uns wenn wir in diese Verbindung gegangen sind und plötzlich kommt alles anders als gedacht?

Viele von euch haben wir mitbekommen, dass wir unsere Familie letztes Jahr im Oktober erweitert haben: Wir haben noch einmal ein Baby aufgenommen – ein sehr kleines, süßes, zartes Wesen.
Dieser kleine Mensch ist Anfang Dezember von uns gegangen und wir sind nun auch Eltern eines Sternenkindes. Wenn man es genau nimmt, sind wir PFLEGE-Eltern eines Sternenkindes, aber auch, wenn es nicht das eigene, leibliche Kind ist, aber wir hatten trotzdem so eine intensive Zeit, mit unseren dann vier Kindern und eben auch mit diesem kleinsten Kind bei uns, dass wir uns einfach genauso fühlen, dass wir eben seine Eltern auch waren. Eben für diese gewisse Zeitspanne, wo er bei uns war.

Wir haben ihn verloren – das macht ganz viel mit einem.

Was ist ein Sternenkind?

Also ein Sternenkind ist ein Kind was zum Beispiel schon in der Schwangerschaft geht. Es kann eine Fehlgeburt sein oder das Kind stirbt im Mutterleib. Das kann auch spät in der Schwangerschaft sein und die Mutter hat eine sogenannte stille Geburt, eine Geburt, bei der die Mutter das bereits tote Kind auf die Welt bringt.
Es kann kurz nach der Geburt sein oder es passiert eben wie es bei uns in dem Fall nach einigen Monaten durch den plötzlichen Kindstod – dieser ist sehr selten, aber ab und zu kann das eben passieren.
In unserem Fall gab es eine Vorgeschichte, aber der plötzliche Kindstod kann auch unter normalen Umständen eintreten. ABER – wie gesagt – sehr, sehr selten und in der Regel ist man ja nicht selber betroffen.
… so war jedenfalls immer unser Gefühl… und auf einmal waren wir selber betroffen!
(Doch nochmals: in unserem Fall war es auch noch mal alles sehr viel spezieller)

Was macht der Verlust des Kindes mit den Eltern?

Man durchlebt dann natürlich als Eltern verschiedene Phasen der Trauer, verschiedene Phasen der Verarbeitung je nachdem auch was man für ein Typ ist. Aber die erste Phase ist natürlich erstmal der Schock. Was macht dieser mit einem? Der Schock lähmte uns.
In meinem Fall ich habe direkt mit Grippe, Magen-Darm und vielen weiteren unangenehmen Krankheitssytmptomen reagiert. Der ganze Körper hatte erstmal einen Total-Crash sozusagen, der Körper wurde zunächst einmal runtergefahren und war zu nichts mehr in der Lage.
Erst später kam ganz langsam, Stück für Stück ein bisschen Kraft und Energie zurück.

Das Umfeld nach dem plötzlichen Tod des Kindes

Wir hatten das Glück, ein sehr tragendes Umfeld zu haben. (Auch bedingt natürlich dadurch, dass es nicht unser eigenes Kind war und dass eben noch ganz viele andere Menschen involviert waren.) Es war sehr berührend zu spüren, dass sich ganz viele Menschen um uns gekümmert haben: Unser Träger, der sehr involviert war und bemüht war, uns diese Zeit so gut wie möglich zu gestalten, aber auch unsere Familie, Freunde, unsere Ärztin. Es tat gut so vom Umfeld nach dem plötzlichen Tod des Babys getragen und unterstützt worden zu sein.
Das war, denke ich, ausschlaggebend dafür, wie wir diese Zeit empfunden haben. Wir haben uns gestützt gefühlt und wir haben uns gegenseitig sehr gestürzt.

Sich Zeit nehmen

Und – wie ihr auch mitbekommen habt – wir haben auch eine radikal Pause eingelegt.
Also mir war natürlich dann nicht mehr danach Podcast Folgen aufzunehmen, Blog-Artikel zu schreiben, auf Facebook zu sein oder ein YouTube-Video zu drehen. Da musste erstmal Stille einkehren, um alles zu sortieren und um zu schauen, worauf wir nun den Fokus richten wollen.

Endlichkeit und wo geht unser Weg hin?

Was dieses Erlebnis mit uns gemacht hat ist eigentlich so erstaunlich, so wahnsinnig, wir können es selbst kaum fassen, was sich so viel Positives jetzt dadurch für uns ergeben hat.
Ja, man wird mit dieser Endlichkeit konfrontiert.

Wir haben nur dieses Leben und man weiß nie wann es zu Ende ist, wann die Lebenskette endet.
Bei dem einen ist es früher beim anderen später.

Dankbarkeit

Wir sind dankbar! Diese unglaublich und unbeschreibliche Dankbarkeit, welche wir spüren für unsere wundervollen Kinder, die wir haben, die Dankbarkeit für unser wundervolles Leben, dass wir führen dürfen und die tiefe Dankbarkeit für diese wundervolle Zeit, die wir mit diesem kleinen Menschen, der nun im Himmel ist, haben durften auch, wenn sie nur so kurz war.
Wir haben einfach gespürt, dass das alles richtig so war: Es war richtig, dass wir entschieden hatten, dass er bei uns sein konnte es war richtig, dass wir ihn so stark schon im Krankenhaus begleitet haben und es war richtig, dass wir ihm hier unsere 24-Stunden Kuschel-Liebe-Wochenbett-Situation geboten haben und wir hoffen, dass es für ihn auch dann sein Weg war.

Seelenwelt

Dass er das vielleicht mit-entschieden hat zu sagen wie er jetzt weiter geht. Das geht so ein bisschen in diese spirituelle Richtung, aber wenn man schwanger ist und dafür ein Gespür entwickelt hat, merkt man ja schon, dass die Kinder einfach noch sehr nah an dieser anderen Welt – ob sie nun Seelenwelt nennt oder ein anderer Begriff dafür hat – noch sehr nah nah daran sind noch sehr darin verhaftet sind und dass die Kinder nach der erstmal eine Weile brauchen, um in dieser Welt richtig einzunisten und ihren Platz da einzunehmen in dem Körper verhaften zu bleiben. Weil sie ja eben noch so flexibel sind, fällt es ihnen natürlich auch noch leichter, auch ganz leicht wieder zu gehen, zu sagen: „Nein! Das ist nicht mein Weg! Ich muss nicht noch mehr Erfahrungen machen, das reicht mir an körperlichen Erfahrungen, weil ich habe vielleicht noch eine ganz andere Aufgabe zu erledigen!“

Akzeptanz des plötzlichen Kindstods

Das ist für uns ein sehr tröstender Gedanke. Es hat ja fast jeder eine Art von Religion oder Spiritualität, die einen dann durchs Leben trägt. In solchen Krisen oder solchen schweren Situationen versucht man ja irgendwie zu verstehen: Warum?
So kann man für sich jedenfalls eine Antwort finden, die für jemand anders jedoch ganz anders sein könnte.
Das waren Gedanken, die uns sehr geholfen haben. Es waren Gedanken, mit denen wir auch in so einer Art Akzeptanz einfach dafür entwickeln konnte, dass das Leben so ist wie das Leben dann, den Jetzt-Zustand anzunehmen, zu akzeptieren, weil wir natürlich uns auch Zukunftspläne geschmiedet haben.

Der Schock: Plötzlich stirbt das Baby

Wenn man schwanger ist und man weiß, man erwartet dieses Kind oder das Kind ist dann da, man stellt sich ja vor mindestens mal die nächsten 18 Jahre vor. Wie wird das Kind bei einem aufwachsen? Wie wird man das heranwachsende Kind unterstützten? – Alles Mögliche stellt man sich vor. Man wünscht sich so viel Gutes für dieses Kind für das Leben, so viel Glück, so viel Liebe…
… und dann auf einmal – eben beim plötzlichen Kindstod ist es ja wirklich auch absolut nicht vorhersehbar – ist es dann weg! Oder auch, wenn die Schwangerschaft auf einmal Abbruch erlebt. Oder der Arzt sagt, dass das Kind im Bauch verstorben ist und man nun Sternenkind-Mutter ist. Das sind einfach absolute Schockmomente, weil man als Mutter, als Eltern nicht darauf vorbereitet werden konnte, man hofft natürlich immer das Beste und dass alles gut wird und auf einmal sieht man sich in einer Situation wieder. Mein Mann hat zunächst den Blutkreislauf des kleine, süße Babys aufrecht zu erhalten, er hat es beatmet, dann hat ein großes Team aus Ärzten, Sanitätern und Feuerwehr um das noch so junge Leben gekämpft. Ich habe mich gefühlt als wäre ich in einer kitschigen Grey’s Anatomy Folge (wer das kennt kann sich das ungefähr vorstellen. Das ist eine amerikanische Arztserie, wo natürlich eine Krise und ein Drama das Nächste jagt. Also GZSZ für Ärzte mit natürlich Mega-Katastrophen eigentlich an jedem Tag. Man denkt immer: „Ach, ja also, das ist aber echt übertrieben und das kann ja gar nicht sein, dass sowas so passiert“). Im Nachhinein dachte ich, genauso hat sich dieser Moment und diese Stunden für mich angefühlt. Wirklich wie aus einer Serie herausgeschnitten, lauter Szenzen, die man selber kaum erfinden könnte. Natürlich kann man es einfach nicht glauben, dass einem selber so etwas passiert ist.

Warum?! – Der Versuch den Tod des Kindes zu begreifen

Eigentlich ist der Gedanke immer: „Das kann jetzt nicht wahr sein, das ist nicht passiert, das ist nicht mir passiert, das ist nicht uns passiert… Wir hatten noch so viel vorgehabt, wir hatten viele Pläne, so viele Träume geträumt… und jetzt auf einmal ist das Kind tot? Ein Sternenkind? … Auf einmal soll das alles vorbei sein? Wirklich für immer tot?!“
Ja, das braucht natürlich Zeit – ganz viel Zeit!

Die Zeit heilt alle Wunden?

Diese Zeit haben wir uns genommen, um zu versuchen die Erlebnisse ein bisschen zu verarbeiten und zu realisieren, dass es real ist. Ja, wir haben ein Baby verloren, dass nun im Himmel ist. Ein Sternenkind wurde „geboren“….
Für mich ist der heutige Artikel auch wieder der Einstieg in unseren „Bindung von Anfang an“-Podcast, in das Schreiben und die Begleitung von Schwangeren und Familien.
Ich habe nun auch schon ein wundervolles Interview für den Podcast geführt und gemerkt: ja es ist jetzt auch für mich wieder gut einzusteigen, auch wieder gut meinen Herzensthemen weiter zu folgen.
Klar, die Trauer kommt immer wieder mal hoch und ist präsent. Wir haben auch viel Trauerarbeit hier zu Hause für uns gemacht, weil wie gesagt, dadurch, dass es nicht das eigene Kind ist, hat man zum Beispiel auch keine Handhabe weiter darüber wo wird das Kind beerdigt und auch bei der Beerdigung konnten wir natürlich dann nicht dabei sein. Das sind dann leider solche Umstände, die noch dazu kommen, die uns das nicht unbedingt einfach gemacht haben.

Den Geschwisterkindern den Tod erklären

Auch für unsere Kinder mussten wir durch den Weg finden. Wie erklären wir das unseren drei kleinen Kindern? Wie begleiten wir sie?
Das möchte ich jetzt an dieser Stelle gerne einbringen, weil sich sicher viele die Frage stellen: Wie gehen denn Kinder mit so etwas um?
Wir waren auch erst unsicher! Am nächsten Morgen sind alle Kinder zu uns ins Bett und sie hatten zunächst gar nicht gemerkt, dass jemand fehlt. Sie dachten der Kleine liegt bei mir. Dann haben wir eben gesagt was passiert war und die Kinder waren ganz überrascht. Das war es für den ersten Moment! Aber das Erstaunliche ist, Kinder gehen auf eine ganz natürliche Art damit um. Unsere Kinder kommen nun einfach immer wieder mit einer Frage wie: „Warum wollte das Baby nicht mehr atmen?“ oder sie sagen am Anfang: „Naja, wenn wir dann wieder alle zusammen sind, das Baby wieder lebt und dann dieses und jenes machen“… und dann direkt im nächsten Satz die Aussage „…aber das wird ja dann begraben so wie die Katze von der Oma…“ Also Kinder einfach noch total flexibel.
und haben natürlich auch kein Verständnis davon was Unendlichkeit ist. Was ist Endlichkeit? Was bedeutet Tod und Sterben? – Sie hatten das zwar schon bei diversen Tieren mitbekommen und dann auch immer wieder von uns erklärt, was das bedeutet. Aber es ist natürlich auch als Erwachsener oft schwer zu erfassen, was der Tod eigentlich ist.

Was bringen die Kinder an Fagen mit?

Wir haben dann einfach geschaut, was unsere Kinder mitbringen. Wir haben gewartet. Immer, wenn Sie Fragen oder Redebedarf hatten, waren wir natürlich sofort mit einem offenen Ohr da und haben uns Zeit genommen.
Und wir habe noch weitere Angebote gemacht. Beispielsweise haben wir einen kleinen Platz hergerichtet. Zusammen mit den Kindern haben wir eine Kerze gestaltet, die an diesem Pltz zusammen mit einem Foto und weiteren Erinnerungsstücken steht und wir machen einfach dann zwischendurch mal die Kerze an und reden über Dinge, die in diesem Moment besprochen werden möchten. Manchmal kommen auch unsere Kinder und möchten gerne ein Gebet sprechen. Dann schicken wir alle ein paar gute Wünsche mit auf den Weg – wo auch immer die Seele von dem kleinen Schatz jetzt ist – und denken gemeinsam an die Zeit.
Das ist dann völlig in Ordnung. Anschließend gehen sie wieder spielen, lachen und freuen sich. Alles ist dann gut.
Kinder gehen also ganz anders mit dem Thema Tod um.

Können schon Kleinkinder verstehen, dass ein Geschwisterkind nun im Himmel ist?

Unserer kleinen haben wir das noch mal anders vermittelt, die es ja erst anderthalb.
Sie liebt es, anderen Menschen „Tschüss“ zu sagen. Unsere einzige spontane Idee im ersten Moment war, den Namen des Bays und dann immer wieder: „Baby, tschüss! Tschüss, jetzt ist das Baby weg kommt nicht. Das Baby ist gegangen…“ und sie ist dann manchmal sogar in den Flur gelaufen hat geschaut und hat „Tschüss“ gesagt. Am Anfang war auch noch die Babyschale neben ihr im Auto. Dann hat sie dorthin gezeigt und nach dem Motto gefragt: „Wo ist denn das Baby?“ Wir haben dann immer wieder „Tschüss“ gesagt hat sie gewunken und so haben wir ihr versucht das auf diese Art zu vermitteln, was aber natürlich überhaupt nicht einfach ist.

Jeder Entwicklungsschritt bring neue Fragen zum Tod

Wir sind auch noch in Supervision gegangen zu einer Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, mit der wir alles besprochen haben. Sie sagte, dass die Kinder immer wieder einen Entwicklungsschub machen werden und mit jedem Entwicklungsschritt schreitet auch das Verständnis für die Geschehnisse weiter fort. Dieses Thema wird vermutlich immer wieder mit neuen Frage aufkommen. Fragen, die sich erst die fortgeschrittene Entwicklung und das größere Verständnis für manche Dinge ergeben. Auf die neuen Fragen können wir dann wieder altersgerecht reagieren und Antworten finden.
So sind wir bislang sehr gut damit verfahren und es ist wieder viel Alltag und Routine eingekehrt.

Plötzlich ist vieles so belanglos und unwichtig

Dank der Rituale, die wir auch regelmäßig zusammen (oder auch jeder für sich) machen , ist es auch so, dass so ein Stück weit Kontakt einfach bleibt. Man trägt die Erfahrungen einfach in seinem Herzen!
Am Anfang ist es schon sehr schwierig, vor allem wenn man in Alltagssituationen geraten ist.
Ich fand das zum Beispiel ganz schrecklich dann einfach belanglose Dinge mit anderen Menschen zu sprechen, weil alles erscheint einem so unwichtig. Ich dachte, was gerade passiert ist, ist so ein Wahnsinn, ich kann jetzt nicht über irgendwas Belangloses reden. So häufig reden Menschen über so unwichtige Dinge und wir haben alle so viele vermeintliche Probleme, die auch sein dürfen und die natürlich auch bei uns wieder verstärkt Raum einnehmen (einfach Alltagsdinge). Aber in dem Moment kurze Zeit nachdem das alles geschehen, erscheint das alles so unwichtig.

Was ist wirklich wichtig im Leben?

Man denkt einfach, das einzig Wichtige ist, dass man seinem Herzen folgt und sein Leben so lebt, wie man es sich einfach erträumt. Dass man nicht im Hamsterrad steckt, dass man die Liebe seines Lebens an seiner Seite hat, dass man sich an seinen gesunden wunderschönen Kindern erfreut.
Ja, und alles andere ist einfach in dem Moment egal. Man kann es auch lassen, darüber zu reden. So war mein Gefühl eine ganze Zeit lang.

Hilfe nach dem Tod eines Kindes

Eine tolle Idee: www.dein-sternenkind.eu

Ich möchte auf  etwas aufmerksam machen, was ich nur total wunderschöne Idee finde, das ist www.dein-sternenkind.eu.
Das sind ehrenamtliche arbeitende Fotografen, die sich darauf spezialisiert haben Sternenkinder zu fotografieren. Man kann da zu jeder Tages- und Nachtzeit das Formular ausfüllen und man bekommt einen Fotografen aus der Nähe dann geschickt. Es ist alles kostenlos. Die kommen vorbei und kennen sich aus, die wissen was sie zu tun haben, damit man wunderschöne Erinnerungen hat. Die Fotos werden ebenfalls kostenlos verschickt. Es ist einfache wunderschön.
Eine großartige Art diesen Eltern noch ein bleibendes Stück Erinnerung mitzugeben.
Diese Initiative wurde auch vom Deutschen Engagementpreis ausgezeichnet!

Sternenkind-Eltern-Gruppen

Es gibt leider viele Eltern, die sowas erlebt haben. Wenn du auch dazu gehörst, bist du wirklich nicht allein. Selbst hier bei uns auf dem Dorf gibt es eine Trauergruppe für Sternenkind-Eltern und die könnten noch eine zweite aufmachen. In den größeren Städten gibt es solche Sternenkind-Eltern-Gruppen ohnehin.
Sucht euch da Hilfe. Wir haben einfach gemerkt, es half sehr, dass wir so viele Ansprechpartner hatten, so viele Unterstützung, so viele helfende Personen. Außerdem war es so gut darüber reden zu können. Wir haben die Gesprächsangebote meist gerne angenommen und mit verschiedenen Leuten auch über das Erlebte geredet. In den Gesprächen erhielten wir so viel Zuspruch. Auch haben wir wieder so viel Liebe und so viel Positives erfahren, das hat sehr gutgetan und uns sehr getragen. Ich glaube auch, dass eben solche Sternenkind-Eltern-Gruppen die geleitet sind, wo man noch mal mit anderen Eltern zusammen ist, den sowas passiert ist, dass man sich da auch sehr zusammen unterstützen kann. Das ist ja so ein Phänomen was hier bei uns in Deutschland einfach fehlt: Auch, wenn die Kinder da sind, dass man sich gemeinsam unterstützt.

Hilfe und Unterstützung nach dem Tod des Kindes gönnen und erlauben

In einer Trauerphase sollte man sich das auf jeden Fall gönnen und nehmen – auch das Angebot der Sternenkinder-Fotografen einfach gönnen und annehmen. Auch, wenn einem nicht danach im ersten Moment nicht ist und es eine große Überwindung bedeuten könnte. Ich kann das total gut verstehen, dass man nach so einer Situation nicht direkt denkt: „Jetzt möchte ich unbedingt, dass ein Sternenkind-Fotograf kommt und mich hier mit dem toten Kind fotografiert, aber ihr werdet später froh drum sein, weil ihr dann wunderschöne Erinnerungsstücke an eurer Sternenkind habt. Ihr müsst die Sternenkind-Fotos ja nicht sofort aufhängen und anschauen. Jeder geht ja doch ein bisschen anders mit einer solchen Situation um und braucht mehr oder weniger Zeit für manche Dinge.

Geburt und Tod

Dieser Text ist für mich auch wieder ein Einstieg – über das sehr traurige Thema „Sternenkinder“ – in meine Passion und Herzensarbeit. Aber für mich ist auch, wie gesagt ist, so bisschen Hoffnung einfach dabei, weil ich einfach denke, dass jede Seele ihren eigenen Weg hat und nicht jede Seele möchte so ein ganzes Leben hier auf der Erde verbringen. Es sind eben diese verschiedenen Welten und mal hat man vielleicht in der einen Welt mehr zu tun als in der anderen. Oder man muss Erfahrungen sammeln.
So entscheidet hoffentlich jede Seele für sich selber, wie lange sie bleibt und wann sie wieder geht und das ist so mein Stern, meine Religion, meine Philosophie, einfach, was ich im Herzen fühle. So könnt ihr ja auch in eure Herzen spüren was kommt bei euch an.
Antworten gerade auf diese Fragen: „Warum?“ und „Wieso?“

Der Tod als „Neugeburt“

Ich sehe es auch als Neugeburt. Also der Tod ist ja auch wieder eine Geburt in die andere Welt. Es sind diese zwei großen Übergänge in unserem Leben: Einmal die Geburt, wo wir uns verkörpern und die Seele in den Körper kommt und dann hier auf die Erde mit auf einmal Schwerkraft, selber atmen, usw. Alles ist sehr materiell. Dann kommt irgendwann der Tod als Geburt wieder in die andere Welt, wo wir den Körper einfach loslassen und nur noch geistig und seelisch vorhanden sind.
Beides sind für uns sehr unbekannte Reisen in dem jeweiligen Moment.

Geborgenheit, Sicherheit, Angstfreiheit als Begleiter bei Geburt und Tod

Unbekannte Reisen sind sehr aufregend und eine Geburt und der Tod brauchen beide auf dieselbe Art eine Begleitung. Wenn ich einen Geburtsprozess begleite, sei es als Hebamme, Prä- und Perinalpsychologin oder als Doula, muss ich Geborgenheit, Sicherheit und Angstfreiheit der Frau ermöglichen. Genauso ist es eben auch wieder, wenn wir gehen. Die Begleitung von sterbenden Menschen braucht genau das ebenfalls: Geborgenheit, Sicherheit, Angstfreiheit.
Wenn man da sitzt, den mit totaler Panik den Menschen festhält und immer wieder sagt, er soll nicht gehen, dann kann der Mensch auch ganz schlecht loslassen
Wenn der Mensch hingegen merkt, dass er einfach getragen wird, geborgen in Liebe gehüllt ist und alles in Ordnung ist – egal, wofür er sich entscheidet – dann kann er eben loslassen. Ja, es ist auch ein Loslassens-Prozess, genau wie bei der Geburt. Daher gehören die beiden Themen Geburt und Tod so unmittelbar zusammen.

Warum ein Text über den plötzlichen Kindstod auf dem nestkinder-Blog?

Daher habe ich das dramatische, traurige persönliche Ereignis des plötzlichen Kindstods genutzt, um dazu einen sehr persönlichen Text zu schreiben, es in den Podcast zu bringen und sicherlich werde ich dazu auch noch ein Video aufzeichnen.
Es ist ein spannendes, berührendes und trauriges Thema, das aber nicht tabuisiert werden sollte.
Ihr könnt mir gerne persönlich schreiben und eure Erfahrungen in den Kommentaren teilen.

Im Kontakt bleiben

Ich gehe gerne in den Austausch mit euch. Das macht mir ganz viel Freude, ich bin gerne für euch da!

So traurig es war mit dem Thema „Sternenkind“ unmittelbar in Berührung zu kommen, ich bin einfach super dankbar, dass ich etwas Neues erfahren musste/durfte/konnte.
Die Erfahrungen werden sich in meinem Leben widerspiegeln. Sei es privat oder beruflich.

Das Leben ist eben so: Manchmal kommt es sehr anders, als man es sich gewünscht und vorgestellt hat und dann darf man gut schauen, was man damit macht und wie man damit umgeht.
Ich wünsche euch allen ganz viel Kraft, ganz viel Mut dahin zu sehen, das ja anzugehen und Erlebnisse zu verarbeiten, euch Hilfe zu holen, euch Unterstützung zu suchen und ein Umfeld zu schaffen, in dem es euch gut geht.[/vc_column_text][templatera id=“6398″]

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