Schwangerschaft in der Studienzeit

Lange, lange haben mein Mann und ich überlegt, wann wohl der richtige Zeitpunkt für ein Kind wäre. Natürlich kamen wir nie zu einem befriedigenden Ergebnis. Ganz zu Beginn unserer Studienzeit hätte ich mir gut vorstellen können, ein Kind zu bekommen und mit Kind zu studieren. Damals waren wir in Witzenhausen bei Kassel, wo es nicht unüblich war eine Familie in der Studienzeit zu gründen, da man in dieser Zeit noch so flexibel ist. Das fand ich irgendwie einleuchtend. Doch sind wir dann bald nach Mainz gewechselt und der Kinderwunsch wurde wieder ein wenig zurückgestellt. Nachdem ich dann den Bachelor geschafft hatte, war mein Mann der Meinung, dass ich doch während des Masters gut Schwanger werden könnte. In  diesem Studienabschnitt war das Pensum deutlich geringer als zuvor. Doch da hatte mich der Mut verlassen mit Kind zu studieren. Ich wollte möglichst erst einmal meinen Abschluss in der Tasche haben. Letzten Endes haben wir einen Mittelweg gefunden. Wir forcierten für mein letztes Semester unser Kind an, was man ja ohnehin nicht so genau planen kann. Doch es hat geklappt.

Es passt nie, also passt es immer! – Auch in der Studienzeit!

Im Januar hatte ich die Gewissheit ein Kind unter meinem Herzen zu tragen und im Februar standen meine letzten mündlichen und schriftlichen Prüfungen an. Bis September musste ich dann „nur noch“ meine Masterarbeit verfassen und „verteidigen“ und zwar möglichst vor dem Geburtstermin. Ich hatte also einen gewissen Anreiz alles wie geplant zu beenden. Und so schleppte ich mich genau in der Zeit der ersten Schwangerschafts-Übelkeit, die viele bis zur 12. SSW haben, in die Prüfungen. Immer, wenn ich in einen Raum kam schaute ich für den Notfall, wo der nächste Mülleimer stand. Meine Situation verschwieg ich und riss mich zusammen. Zum Glück hat das immer so geklappt. Doch viel schlimmer als die Prüfungssituationen empfand ich die Fahrt zur Uni. Da wir weiter weg wohnten musste ich eigentlich mit Bus und Bahn anreisen, was ich mir in den ersten 12 Wochen nur sehr sehr selten antat. Bei jeder Haltestelle überlegte ich, ob ich aussteigen muss. Da mein Mann auch zur Arbeit musste koordinierten wir alles so, dass wir zusammen mit dem Auto fahren konnten. Was eine echte Erleichterung war!

Auch meine Masterarbeit wuchs wie mein Bauch. Ich hatte das Glück eine sehr verständnisvolle und engagierte Betreuerin zu haben. Die Arbeit wurde pünktlich fertig und innerhalb eines Tages korrigiert! So konnte ich auch die dazugehörige mündliche Prüfung noch acht Tage vor der Geburt ablegen.

Ingwertee und Ruhe

So wie es sich bei uns ergeben hat, fand ich es super. Gerade in der ersten Zeit mit den Übelkeiten war ich froh keine geregelten Arbeitszeiten zu haben. Zur Uni musste ich nicht mehr so oft und konnte den Tag ganz langsam mit Ingwertee und Zwieback am Bett (dank meinem Mann!) starten. Außerdem hatte ich dadurch genügend Zeit mich mit mir und meinem Baby zu beschäftigen. Auch die Masterarbeit an sich wirkte sich nicht stressig auf mich aus, da ich – wie gesagt – eine gute Betreuerin hatte und weiter an der Uni nichts mehr zu tun war.

Eine Bekannte erzählte mir in diesem Zusammenhang, dass sie in ihrem Lehramtsstudium ihr Semester mit Baby vor der Brust abschloss. Auch hier gab es genügend Offenheit der Dozenten der frischgebackenen Mutter das weiter studieren mit Kind zu ermöglichen. Natürlich kann dann auch mal ein sich laut erleichterndes Baby für irritierte Blicke sorgen, was sie jedoch nicht entmutigt hat. Warum auch? Leider stellen so viele AkademikerInnen ihren Kinderwunsch bis nach dem oft langwierigen Studium an. Doch auch dann möchte man ja erst einmal einen Fuß in den Beruf bekommen. Wenn sie dann weit über die 30 Jahr alt sind und endlich Zeit dafür finden den Traum der Familie leben zu können, ist es für manche leider zu spät. Und das ist wirklich schlimm! Meine Frauenärztin berichtete mir, dass sich diese Fälle leider immer mehr häufen und sie dann nicht mehr viele Möglichkeiten hat, den Frauen zu ihrem Kinderwunsch zu verhelfen.

Es gibt keine „richtige“ Reihenfolge bei der Familienplanung

Daher hoffe ich einigen von euch Mut gemacht zu haben, auch unkonventionelle Wege bei der Umsetzung des Kinderwunsches zu betrachten. Nicht jeder geht den vorgesehen Weg mit Ausbildung, Geldverdienen, Heiraten und Häuschen kaufen. Es gibt viele Möglichkeiten. Falls ihr selbst so eine Erfahrung gemacht habt, teilt sie gerne anderen interessierten Frauen mit, die sich über den geeigneten Zeitpunkt einer Schwangerschaft Gedanken machen. Und wie schon erwähnt, selbst wenn ihr euch einen super Plan erstellt habt, heißt das noch lange nicht, dass der so aufgehen wird. Man muss auch damit rechnen, dass es unter Umständen eine Weile dauern kann, bis man tatsächlich schwanger ist. Doch das ganze Planen und Warten lohnt sich! Ihr werdet es sehen….Eure-Anabel[templatera id=“5710″]

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