Mit dem Lebensrucksack durch die Schwangerschaft

Es ist nun mal so, dass jede/r von uns mit einem Päckchen auf dem Rücken durch Leben zieht. Darin befindet sich alles, was uns bis dahin geprägt hat: gute, wie auch schlechte Erfahrungen, die wir gemacht haben. Das beginnt schon ganz am Anfang unseres Lebens, als wir selbst das Baby im Mutterleib waren. All diese Erfahrungen machen unseren Rucksack schwer oder leicht. In Hinblick auf die Zeit der Schwangerschaft und ganz besonders für die Geburt ist es wichtig, dass auszusortieren, was evtl. hinderlich und belastend sein kann.

Der Blick in den Rucksack

Wenn man akzeptieren kann, dass dieser Rucksack zu einem gehört, egal wodurch er gefüllt wurde, braucht es doch noch einen gewissen Mut ihn zu öffnen und sich den Inhalt genau anzusehen. Denn nicht alles wird uns gefallen, was wir hier finden. Tief sitzende Verletzungen, unaufgearbeitete Ängste und auch Traumatas können sich hier verborgen haben.

Das tatsächliche Gewicht des Rucksacks ist vielleicht gar nicht immer so spürbar, weil wir uns daran gewöhnt haben. Doch in manchen Augenblicken, in manchen Momenten (und die Geburt kann so ein Moment sein), da reißt uns die Wucht des Gewichts um und wir liegen am Boden. Uns von dort wieder aufzurappeln und weiter zu machen kostet enorm viel Energie.

Damit wir nicht zu stark überrumpelt werden, ist es sinnvoll genau zu schauen, was sich in dem Rucksack alles befindet, um auch sein Gewicht in etwa abschätzen zu können.

Es gibt Erfahrungen, die gerade in Hinblick auf eine Schwangerschaft und Geburt besser vorab bearbeitet und aus dem Rucksack entsorgt werden sollten.

Steine aus dem Rucksack entsorgen

Zu diesen negativen, als Ballast verstandenen Ereignissen gehören u.a.:

  • gemachte Gewalt- und Missbrauchserfahrungen
  • frühere Abgänge und Fehlgeburten
  • Sternenkinder (Todgeburten)
  • Psychische Störungen
  • vorherige traumatische Geburten
  • schwierige eigene Geburt (wie ich selbst auf die Welt gekommen und begrüßt worden bin)
  • Tod nahestehender Personen  

Und das sind nur einige herausstechende Beispiele. Sicher kann jede von euch noch einen Punkt aus ihrer eigenen Geschichte hinzufügen, den sie als belastend empfindet und gerne loslassen möchte. Die oben aufgeführten Punkte bedürfen im Idealfall eines genauen hinschauens und einer Aufarbeitung.

Doch es gibt auch etwas “leichteren” Ballast, der evtl. zur eigenen Entwicklung formatiert werden will. Das können persönliche Züge sein, wie Perfektionismus, alles kontrollieren zu müssen, geringes Selbstbewusstsein, wenig Zugang zu weiblichen Kraft und zum Körper. Auch das sind Themen, die es sich lohnt genauer anzuschauen, wie sich diese für die Geburt positiv umwandeln lassen.

Wenn der Rucksack nun durch den ein oder anderen Stein leichter wurde, gibt es wieder Platz für Neues!

 

Den Rucksack mit positiven Dingen füllen

Für die Geburtsreise kann sich jede Frau am besten selbst überlegen, was sie stärkt und in ihren Rucksack packen möchte. Was sollte unbedingt mit rein? Was macht mir Mut und gibt mir Kraft und die Zuversicht auch diese Reise und dieses Abenteuer meistern zu können? Viele Frauen holen sich positive Geburtsberichte von anderen Frauen, die eine schöne Geburtsreise hatten. Affirmationen, Meditationen, Visualisierungs-Techniken, all das kann man während (oder auch schon VOR) der Schwangerschaft machen, um sich auch mental gut vorzubereiten und sich zu stärken.

Mein Fokus liegt dabei auf der Bindungsstärkung zwischen Mutter und Kind, um diese Einheit schon jetzt so präsent wie möglich zu machen. Denn, eine Mutter die im guten Kontakt zu sich und ihrem Baby ist, spürt und weiß genau was sie und ihr Kind braucht. Was gibt es besseres, um eine schöne Geburt zu begünstigen?

Und so gibt es auch was die Bindungsintensivierung betrifft, einen bunten Blumenstrauß an Möglichkeiten, aus dem sich jede Frau das für sie passende herausnehmen kann.

Wenn der Rucksack dann mit mehr Blumen statt Steinen gefüllt ist, wird er zu einer wahren Bereicherung für das besondere Ereignis der Geburt und allem, was dem noch folgt. Denn es heißt nicht umsonst “Lebensrucksack”. All das, was ich mir nun für Schwangerschaft und Geburt bearbeitet und erschlossen habe, sind Entwicklungsprozesse in mir, die nicht nur während der Geburt positiv wirken, sondern auch weit darüber hinaus. Daher lohnt es sich doppelt, diese Prozesse anzustoßen!

Ich wünsche jeder Frau dafür den nötigen Mut, um JETZT damit zu starten und in sich, sein Kind und das gesamte Leben zu investieren! [/vc_column_text][templatera id=”5710″][vc_video link=”https://youtu.be/7J6SxQl9fxQ” video_title=”1″]

2 Kommentare zu „Mit dem Lebensrucksack durch die Schwangerschaft“

  1. Pingback: “Es war eine schwere Geburt” - und jetzt? | nestkinder - Psychologische Privatpraxis für frühe Bindung und Geburtstraumata

  2. Pingback: 010 Was macht Papa eigentlich im Kreißsaal? | Bindung von Anfang an | Der Podcast für Schwangerschaft, Geburt, Babyzeit und Pränatalpsychologie

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