Was ein Baby wirklich braucht

Was braucht unser Kind wirklich?

Babyausstattung – Was wird gebraucht? Bei dieser Frage scheinen sich die Geister zu scheiden. Gerade während der ersten Schwangerschaft fühlt man sich vielleicht etwas unsicher und orientiert sich daran, was Werbung und andere Mütter vorleben. Doch ist all das, was einem als dringend notwendig angeboten wird, wirklich sinnvoll? Was ist es was ein Baby wirklich braucht?

Ausstattung für das Baby

Bei meinem ersten Betreten eines Babyausstattungsgeschäfts war ich schwanger und fest davon überzeugt all das was dort angeboten wird zu brauchen. Man wird schier überwältigt von all der Auswahl an Kleidung, Spielzeug, Kinderwagen und Babyschalen für das Auto. Da ist es gut, dass auch immer gleich eine Verkäuferin mit einer Liste zur Erstausstattung parat steht. Ich geriet in Panik: So viele der aufgeführten Dinge hatten wir noch nicht. Am Ende war es mein Mann der es geschafft hat, dass wir mit gerade mal vier Teilen den riesigen Laden wieder verließen, da er der festen Überzeugung war, dass wir all das nicht bräuchten. Ich glaubte ihm nicht und schmollte, doch letztendlich hatte er Recht.

Unser Sohn ist nun über 16 Monate alt und brauchte im ersten Lebensjahr eigentlich nichts von all dem was man für viel Geld in besagten Läden erstehen kann. In den ersten Wochen seines Lebens brauchten wir nicht einmal Kleidung. Wir wickelten ihn in Baumwolltücher und Mullwindeln. Bei jeder Gelegenheit konnten wir so direkten Hautkontakt mit ihm teilen, was einfach die schönste Form der Nähe ist und man sich keine Sorgen über die Körpertemperatur-Regulation des kleinen Gedanken machen muss. Man bekommt alles unmittelbar mit.

Einen Kinderwagen haben wir uns vorsichtshalber in der Familie ausgeliehen, ihn aber nie benutzt. Wir haben ihn überall hin getragen. Mein Mann hat sich mit dem Tragetuch auseinandergesetzt, wozu mir leider die Geduld fehlte. Mir kam also die Manduka und später dann die Mai Tai gelegen. Doch ich kann allen trotzdem das Tragetuch nur wärmstens empfehlen. In keinem anderen Tragesystem kann man ein Neugeborenes so schön einpacken.

Auch haben wir auf die Anschaffung eines Kinderzimmers trotz wärmster Empfehlung aus dem Familienkreis verzichtet. Da wir unser Baby sowieso in unserem Bett schlafen lassen wollten und noch einen kleinen Schrank aus meiner Kinderzeit hatten, beließen wir es dabei. Unser Sohn schläft immer noch bei uns und braucht nicht mehr als einen Schrank und die alte Kommode. Dafür hat er ein Spielzimmer in dem viel Platz zum Spielen ist, was immer mehr genutzt wird. Hätten wir auf andere gehört, hätten wir nun ein Kinderzimmer, das viel Platz braucht und völlig ungenutzt wäre.

Mit den Windeln war es ähnlich. Klar denkt man direkt an Pampers, wenn man über Windeln spricht. Nach längerer Recherche stieß mein Mann auf das Thema Windelfrei. Als er mit mir darüber sprechen wollte, musste ich erst mal laut lachen, da ich dachte, dass das ja wohl nur ein Scherz sein kann, da wir doch in einem zivilisierten Land leben. Doch dieser alte, für mich wirklich neue Gedanke erschien mir nach dem lesen des Buches „Es geht auch ohne Windeln“ von Ingrid Bauer immer logischer. Wir besuchten sogar einen Windelfrei-Kurs. Da wurde uns also klar, wir brauchen Mullwindeln, Snapys und ein paar Kleidungsstücke für Windelfrei. Für unsere Umwelt war es ebenfalls ein neues Thema, doch unser Sohn kommt mit seinen 16 Monaten zu uns und sagt uns, dass er sein großes Geschäft machen muss. Das ist wirklich verblüffend für uns!

Ausstattung für Kleinkinder

Heute haben wir schon einen Kinderwagen, den wir zu gewissen Anlässen verwenden, doch ist das Tragen immer noch oft die unkomplizierteste Form. Allerdings kann man den Omas und Opas oft das Tragen nicht zumuten. Daher ist ein einfacher Kinderwagen ab dem Alter, wenn sie selbstständig sitzen können, nicht unpraktisch gewesen. Auch diesen haben wir aus dem Bekanntenkreis und mussten kein teures Modell mit Spezialausstattung anschaffen.

Baby- und Kinderbasare

Die Entdeckung der immer im Frühling und im Herbst stattfindenden Kinderbasaren war für uns wirklich hilfreich. Gerade für Babys und Kleinkinder kann man hier für sehr viel weniger Geld sehr viel mehr Sachen und teilweise wirklich sehr schöne Schnäppchen machen. Da Schwangere früher als die manchmal wirklich mordlustigen Mamis rein dürfen, kann ich nur jeder Schwangeren empfehlen, nutze die Gelegenheit. Denn diese Basare können zugegebenermaßen wirklich anstrengend sein. Hat man einmal ein paar besucht, weiß man, worauf man achten muss: wie ist die Kleidung sortiert, also verkauft jeder einzeln oder ist es praktischerweise alles nach Größen sortiert; wie viele Kassen gibt es (eine ist oft zu wenig)? Wie groß ist die Halle in der der Basar stattfindet? Wir waren einmal auf einem Kinderbasar in einer Großstadt. Für uns war das nichts. Man muss schon mit viel Ellenbogenkraft da durch gehen, um überhaupt wieder raus zu kommen. Die Basare in ländlichen Regionen sind sehr viel entspannter, obwohl auch dort die Wartezeit an der Kasse gut abgewägt werden muss, ob sich das ausgesuchte lohnt. Für zwei Teile braucht man sich meist nicht anstellen.

Was also braucht ein Baby?

Vielleicht ist es viel mehr als das ganze drumherum. Kleidung, Kinderwagen, all das lässt sich einfach besorgen. Doch das, was ein Baby wirklich braucht wie körperliche Nähe, das Stillen, getragen zu werden, immer wieder promt auf die Bedürfnisse zu reagieren sind die wirklich anspruchsvollen Dinge. Denn die braucht es egal wie viel Schlaf man hatte, wie krank man ist, wie der Tag war usw. Doch solange man mit seinem Baby immer im Kontakt bleibt und ihm erklärt, warum Mama gerade so aufgeregt ist und es nichts mit dem Baby zu tun hat, kann es auch all unsere Schwächen verkraften. Denn wer will schon perfekte Eltern? Dann wäre ja kein Platz für die eigenen Schwächen….

Ein Baby braucht also vor allem Euch als Eltern und Eure Liebe und Geborgenheit. Die kann man nicht im Babygeschäft kaufen und oftmals hilft der Verzicht des Kaufs vieler (unnötiger) Dinge (z.B. Kinderwagen) Eurem kleinen Schatz näher zu sein.

Nicht das ihr mich falsch versteht, ich weiß wie viel Spaß es machen kann dieses oder jenes zu kaufen weil es ansehnlich scheint oder man es einfach gerne haben möchte. Es spricht auch gar nichts dagegen sich all das auch zu leisten, wenn man es sich eben leisten kann und möchte. In unserem Beispiel waren wir uns einig, dass wir uns nicht so viel Ballast an die Fersen hängen wollen und erst einmal schauen wie sich alles entwickelt und dann entscheiden, wozu wir unsere Ressourcen tatsächlich einsetzen möchten.

Und somit verabschiede ich mich von euch und überlasse euch eurem Grübeln über den Kauf von Babyausstattung. Viel Spaß beim recherchieren, welcher Kindersitz am besten getestet wurde und der Überlegung was für Gardinen am besten in das Kinderzimmer passen.

Mit besten Grüßen

Anabel

2 Kommentare zu „Was ein Baby wirklich braucht“

  1. So ein wichtiger Beitrag, es stimmt. So vieles iG schlicht überflüssig. Wir persönlich haben selbst für Windelfrei nichts besonderes angeschafft, außer ein paar Mulltücher zusätzlich.
    Ein Tragetuch war auch bei uns das Wohnzimmer des Babys. Und Kleinkindes. ?

    Einziges Muss scheint wirklich die Babyschale zu sein.

    Rückblickend freue ich mich nicht nur über das viele gesparte Geld, sondern auch über so viel weniger Ballast in unserer Wohnung.

  2. Ja, materielle Dinge können das allerwichtigste, die Nähe zur Mutter, nicht ersetzen. An einem hübschen Babyzimmer erfreuen sich vielleicht die Eltern, dem Baby ist das egal. Das will einfach bei Mama und Papa sein. Ich hatte übrigens bei keinem meiner 4 Kinder einen Kinderwagen. Erst ab Laufalter einen Buggy.

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